Vereinsgeschichte

Der Verein wurde 1990 unter dem damaligen Namen "DOMiT – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration aus der Türkei e.V." gegründet. Gründerväter waren vier aus der Türkei stammende Migranten. Ihr Anlass: die Geschichte der EinwanderInnen erhielt weder in der historischen Wissenschaft noch in Museen oder Archiven besondere Aufmerksamkeit.

Um das historische Erbe der EinwanderInnen zu bewahren, wurde ein Archiv eingerichtet. Heute umfasst es eine bundesweit einzigartige Sammlung an sozial-, alltags- und kulturgeschichtlichen Zeugnissen zur Geschichte der Einwanderung nach Deutschland. Gleichzeitiges Ziel war – und ist bis heute – die Errichtung eines zentralen Migrationsmuseums in Deutschland.

Im Jahr 2007 fusionierte DOMiT mit dem Verein "Migrationsmuseum in Deutschland e.V.", der sich ebenfalls für die Errichtung eines zentralen Migrationsmuseums einsetzte. Die Fusion führte Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammen. Vor diesem Hintergrund und wegen der im Lauf der Zeit erfolgten Erweiterung der Sammlung auf alle Einwandercommunities sowie dem Bekanntheitsgrad DOMiTs entschieden sich die Mitglieder zu einer Namensänderung: Aus DOMiT mit „T“ wurde DOMiD mit „D“ – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland.

 

Ausstellungshistorie

DOMiD wurde einer größeren Öffentlichkeit bekannt durch die Ausstellung "Fremde Heimat. Eine Geschichte der Einwanderung aus der Türkei". Sie wurde 1998 im Ruhrlandmuseum Essen (heute Ruhr Museum) gezeigt. Weitere Ausstellungen und Internetprojekte zur Migration nach Deutschland folgten:

In den Jahren 2002 bis 2006 führte DOMiD mit mehreren Kooperationspartnern das "Projekt Migration" durch, das von der Bundeskulturstiftung gefördert wurde. Es mündete in eine große sozialgeschichtliche und künstlerische Ausstellung, die 2005/2006 an vier Standorten in Köln zu sehen war. Im Rahmen des "Projekt Migration" wurde die Sammlung des Vereins erweitert. Hinzu kamen Materialien zur Migration aus: Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, Marokko, Tunesien, Ex-Jugoslawien, Südkorea, Vietnam, Mosambik und Angola.

Ein weiteres großes Ausstellungsprojekt war, "Geteilte Heimat. 50 Jahre Migration aus der Türkei". Sie wurde 2011 im Deutschen Historischen Museum in Berlin, im historischen Kölner Rathaus und im Landtag NRW in Düsseldorf gezeigt.

Anlässlich des 60. Jahrestages des ersten Anwerbeabkommens mit Italien zeigten wir 2015 auf einer Feier zur Würdigung der ehemaligen "GastarbeiterInnen" und ihrer Familien die Ausstellung "Facetten der Arbeitsmigration" im Bundeskanzleramt.

Aktuell arbeitet DOMiD an zahlreichen Projekten. Die Jahrestage der Anwerbeabkommen mit Marokko und Korea sowie der "Ford-Streik" in Köln wurden durch Kooperationen und Veröffentlichungen begleitet. Parallel entwickelte DOMiD im Rahmen seiner Bildungsarbeit das Programm "DOMiD macht Schule". Ziel war es, SchülerInnen und LehrerInnen für das Thema Migration zu sensibilisieren und ihnen interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln. Im Juni 2014 veröffentlichte DOMiD ein Dokumentationsprofil, das Archiven dabei helfen soll, Migration in all ihren Facetten zu repräsentieren.