Die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem zentralen Migrationsmuseum in Deutschland

Einmaliges Konzept für Museum im Beisein von Schirmherrin Rita Süssmuth vorgestellt

+ Neue Rheinbrücke als sichtbares Symbol und städtebauliches Highlight
+ Kölner Akteure legen Grundstein für Stiftung

In Anwesenheit von Bundestagspräsidentin a.D. Frau Prof. Rita Süssmuth wurde heute bei DOMiD der Grundstein einer Stiftung mit dem Ziel der Errichtung eines zentralen Migrationsmuseums gelegt.

Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland und insbesondere Köln bieten sich aufgrund ihrer Bedeutung für die Migrationsgeschichte als Standort eines solchen Hauses an. Vor diesem Hintergrund sind Akteure der Kölner Stadtgesellschaft an DOMiD herangetreten, um eine Stiftung zur Errichtung eines zentralen Migrationsmuseums ins Leben zu rufen. In diesem Zusammenhang fand heute in unseren Räumlichkeiten die Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung mit allen Beteiligten. 

Zentrales Anliegen des Konzepts ist es, die Migration von der Gegenwart aus zu beleuchten. Wie sieht die Gesellschaft aus, in der wir leben, und wie hängt deren Ausgestaltung mit Migration zusammen? Das Haus wird Geschichte multiperspektivisch von einer kritischen Haltung aus präsentieren und transkulturelle sowie transnationale Aspekte aufnehmen. Innovativ ist, dass nicht die Chronologie im Vordergrund steht, sondern übergeordnete Konzepte wie Wandel, Erinnerung, Fremdheit, Grenze oder Mobilität. Da Migration jeden betrifft soll möglichst vielen Menschen die Teilhabe an dem Museum ermöglicht werden. Nur so kann die Vielfältigkeit der Perspektiven auf die Gesellschaft und die Geschichte abgebildet werden. Dementsprechend wird das zentrale Migrationsmuseum nicht als abgeschlossener Raum konzipiert, sondern als ein Ort offener Diskussionen, der auch Anregungen für das zukünftige Zusammenleben in unserer Gesellschaft geben soll.

Fremdheit, Nation, Grenze, Mobilität, Wandel, Integration und Erinnerung. Diese und weitere Themenfelder stehen im Mittelpunkt der ständigen Ausstellung. Anders als in bisherigen Konzepten rückt damit nicht die Chronologie in den Vordergrund. Den Fokus bildet vielmehr die Bedeutung der Migration für jeden einzelnen Menschen. Sowohl für diejenigen, die sich auf den Weg nach Deutschland gemacht haben als auch für diejenigen, die hier schon seit Generationen leben. Wie schaffen wir bei aller Vielfalt eine Gesellschaft, die friedlich zusammenlebt und die demokratischen Werte aktiv gegen Rassismus, Diskriminierung, Gewalt und Intoleranz verteidigt.

Räumlich schlägt das Konzept auch eine städtebaulich hochinteressante Linie zwischen dem Ebertplatz und einer symbolstarken Fußgängerbrücke über den Rhein vor. So würden gleichzeitig architektonisch eine große Metapher und ein neues Highlight für Köln geschaffen.

Chancen und Risiken, Hoffnungen und Ängste – all das wird realistisch und nicht verklärt vermittelt. Ein Museum gleichermaßen für alle. Als offener Raum der Gesellschaft soll das Haus helfen, aktuelle Debatten kritisch zu begleiten: ein Forum der Begegnung, des Austausches und des gegenseitigen Respekts.

Wir werden über die weitere Entwicklung regelmäßig auf der DOMiD-Homepage informieren. Wer sich beteiligen und einbringen möchte, ist herzlich eingeladen (info@domid.org).

Mehr Informationen finden Sie in unserer aktuellen Broschüre "Auf dem Weg" hier

Bilder der Brücke sowie der Veranstaltung stehen hier zum Download bereit.

Bild (c): Das Atelier von facts and fiction, Köln.